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Freitag, 17. November 2017

Nr. 121 Von " Träumen ... bis ... Geschichten erzählen "




Fürchte Dich nicht. Genieße. Zur Reue ist später noch Zeit genug.  

Vor ein paar Tagen, als ich auf einem vorbeifahrenden Lastwagen diese Aufschrift gelesen hatte, da stand ich in Laufklamotten an der Ampel und nahm an, flüchtig den Slogan einer biblischen Vereinigung gelesen zu haben. Dann jedoch entdeckte ich auf dem Wagen das Logo der Staatsoper Berlin. Wie ich später herausfand, bezogen sich die Worte auf die Neuproduktion einer Oper von Igor Strawinsky. Für einen kurzen Moment ließ ich den Gedanken zu, vom Leben einen kleinen Hinweis erhalten zu haben. 



Seit ein paar Tagen nämlich, hinsichtlich meines nahenden runden Geburtstags im nächsten Monat, bin ich dann plötzlich doch ein klein wenig nachdenklich geworden. 



Nicht, dass es mir um Falten oder Sonstiges in der Richtung ginge. Natürlich möchte aber auch ich gesund sein und am besten auch bleiben. Ich dachte jedoch öfters daran zurück, wie ich mich damals, mit 20 Jahren, gefühlt habe. Als ich damals gedacht hatte, ab sofort die Welt zu erobern! 
Bald dreißig Jahre später, habe ich zwar so einige Siege, jedoch auch zermürbende Kämpfe gelebt. Und manchmal, da fällt einem das sich wieder Aufrichten, etwas schwerer. Als ich meine Gedanken mit dem weltbesten Mann teilte, dass ich mit 20 Jahren die Welt erobern wollte, sagte dieser nur trocken:

Er:»Denk an Napoleon, was sollte der denn damals sagen? Nach der Niederlage dann auch noch verbannt auf die Insel.«

Ich: »Und dort wurde er wohl sukzessive vergiftet ...«

Er: »Ich glaube, du solltest all diese Pathologie-Krimi-Formate nicht mehr schauen. Langsam nimmt dein Interesse an Gift ein wenig überhand.«

Ich: »Ich mach dir gleich wieder deine Brote fürs Büro, Schatz! Übrigens, wieso eigentlich Napoleon? Weil der etwa auch nicht so lang war?«




Aber Spaß beiseite, seit ein paar Tagen habe ich mich wieder an etwas erinnert, was mir seit einiger Zeit, gerade in etwas schwierigeren Lebenslagen, gar nicht mehr so bewusst war. Nämlich, dass ich mir bei allen widrigen Umständen des Lebens, von denen ich als freiberufliche Kreative wahrlich ein Liedchen singen kann, dass ich mir dabei “trotzdem“ treu geblieben bin!

Ich habe mich, meine Träume und meine Leidenschaft, nicht verraten.

Ich habe deshalb möglicherweise den ein oder anderen Preis gezahlt. Jedoch tut das jeder, auf ganz persönliche Weise.

Und ich werde in jedem Fall eines nicht tun müssen, nämlich, reumütig zurückdenken und mich fragen, weshalb ich es niemals gewagt habe, das zu tun, was ich liebe.




Diese Selbstverständlichkeit, mich – wie auch immer - kreativ ausdrücken zu wollen oder gar zu müssen, hat mich in meinem Leben von Anfang an begleitet. Bis zu meinem zehnten Lebensjahr nämlich, war ich eine absolute Ballettratte. Ich wollte Tänzerin werden. Wäre ich zwischendurch nicht ernsthaft mit meinem Knie erkrankt, ein Loch im Knochen, hätte ich das möglicherweise tatsächlich (auch) durchgezogen.

Er: »Oh, neeee, da hättest du ganz hässliche, abgerockte Füße.«
 

Ich: »Und ich würde (noch) viel früher zum alten Eisen gehören ...«

Danach habe ich jedoch mit Leib und Seele Jazzdance getanzt. In einer Ballettaufführung war ich seitdem übrigens nie wieder. Ich hatte es lange Jahre einfach nicht ertragen können, “nur zuschauen“ zu müssen.




Mit 12 Jahren habe ich mir die Schreibmaschine meiner Mutter geschnappt und habe angefangen, ab und an mal Kurzgeschichten zu schreiben.

Mit dreizehn Jahren habe ich mit einer Freundin im Eiscafé vor einem großen Eisbecher gesessen, und zum ersten Mal mit klopfendem Herzen ausgesprochen:

»Ich möchte Schauspielerin werden.«

Innerhalb meiner Schulzeit habe ich ein Schultheaterstück mitorganisiert und mir meine Rolle, eine Doppelrolle, selbst geschrieben.

Mit 18 Jahren saß ich mit einer anderen Freundin in einem Theaterkurs, als diese irgendwann in die Runde sagte:
 

»Ich erträume es mir, Schauspielerin zu werden.«

Ich war als Nächstes an der Reihe, und sagte:

»Ich erträume es mir nicht. Ich werde Schauspielerin.«



©Luca Faes

Wenn ich so zurückdenke, dann habe ich oftmals auch unpopuläre Entscheidungen getroffen und bin(eben)nicht den vermeintlich einfacheren Weg gegangen. Obwohl ich währenddessen oftmals auch geflucht habe. Nun, dreißig Jahre später - das ist mir im Zuge meiner Gedanken gerade bewusst geworden - möchte ich die Welt nicht(mehr)erobern.

Ich würde sie gerne etwas besser machen.

Diese Entscheidung hat viele Gesichter. Sei es nur, dass ich Sie, auf den Blog bezogen, mit meinen Trötgedanken für ein paar Minuten in eine andere, meine Welt, entführe – oder einfach nur schmunzeln lasse. Oder sei es, dass ich Sie mit der Darstellung einer Rolle so nachhaltig berühre, dass Sie den Menschen hinter der Rolle vergessen und in eine fremde Geschichte eintauchen können. Oder auch ... dass mein neuer Roman, den Sie ab nächstem Jahr werden lesen können, sie packt und bestenfalls, die Seiten gierig umblättern lässt ... oder ...




Manchmal bin ich nach wie vor zu ungeduldig, aber es stimmt wohl: 

Der Weg ist das Ziel.

Während meines längeren Amerikaaufenthalts damals, von dem ich hier bereits ein paar Mal erzählt habe, war der großartige Corey Allen einer meiner Lehrer. Möglicherweise ist er Ihnen noch ein Begriff aus dem Film »Denn sie wissen nicht, was sie tun«, damals hatte er den Widersacher von James Dean gespielt. Zu Anfang des Workshops hatte er unsere Gruppe reihum erzählen lassen, weshalb wir denn(überhaupt) Schauspieler sein wollten. Damals war ich Ende zwanzig, und diese Frage hatte mir seit ein paar Jahren keiner mehr gestellt, sodass ich mich mit meiner Antwort irgendwie selbst überraschte. Nun jedoch, 20 Jahre später, macht sie für mein Leben völlig Sinn. Ich sagte damals also nicht, was ich tatsächlich - und nach wie vor so - empfinde:

»Weil ich es liebe, in andere Figuren zu schlüpfen, weil es meine Leidenschaft, mein Leben ist ... etc.«

Ich antwortete: »Because ... I want to tell stories. All over the world.«




Schlafen Sie gut,

Ihre Jana Hora-Goosmann


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Freitag, 10. November 2017

Nr. 120 Fragen Sie heute doch mal ... Frau Holle!




                         


Frau F. aus B.
November 2017


Sehr geehrte Frau Holle,

als ich gerade aus dem Fenster und das triste Wetter gesehen habe, da musste ich an Sie denken. Seit gestern, dem 09. November, liege ich mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus, da ich auf dem Weg zur Arbeit gestolpert bin. Deutschlands Straßen sind in einem katastrophalen Zustand, von der ganzen Hundescheiße mal ganz abgesehen. Ich jedoch, bin über einen Stolperstein gestolpert. Oder genauer gesagt, über einen kleinen Krater, wo bis vor ein paar Tagen noch ein Stolperstein eingelassen war. Der Schmerz nach dem Sturz war unfassbar groß gewesen und überfiel mich, zu allem Überfluss, auch noch in zwei Etappen. Erst mal ... ist es wirklich nicht schön mit anzusehen, wie das eigene Bein einen gebrochenen Haken schlägt. Und dann, von Haken zu Hakenkreuz, war ich einfach nur fassungslos, dass es heutzutage wieder (oder noch immer?) Menschen gibt, die angesichts des 09. Novembers und in Verbindung mit der Reichspogromnacht vom 09. November 1938,
doch tatsächlich Stolpersteine aus dem Boden der Hauptstadt reißen! Der Sanitäter im Krankenwagen sprach dann sogar von mehr als sieben Stück an der Zahl, die in den letzten Tagen auf diese Weise entwendet worden seien. Ich weinte über den Schmerz in meinem Bein und dann auch darüber, dass der Mensch wohl nicht lernfähig sei, zunehmend verroht und ohne Respekt. Was sind das für Menschen, die Erinnerungen entwenden oder schänden, gegen Menschen hetzen oder die Vergangenheit gar leugnen? Von meinem daraus resultierenden Unfall ganz zu schweigen. Nachdem ich aus der Narkose aufgewacht war und all diese Drähte und Schrauben betrachtete, wie sie kalt und starr aus meinem Bein ragten, da musste ich erneut weinen. Diesmal jedoch auch über die Mauern in vielerlei Köpfen, die nach dem Mauerfall am 09. November 1989, bis heute noch existieren. Und so weinte ich um den 09. November per se, dem deutschen Schicksalstag, im Guten wie im Schlechten – und dem ich nun auch noch ein privates Erlebnis hinzuzufügen hätte. Zu guter Letzt, weinte ich dann einfach so und wegen Allem. Zum Beispiel auch darüber, dass meine Tochter es wichtiger findet, in sozialen Netzwerken gut anzukommen, als gute Noten zu schreiben. Oder auch, dass wir alle, wenn wir das Haus verlassen, zunehmend damit rechnen müssen, möglicherweise einem Anschlag zum Opfer zu fallen. Was sind das für Zeiten, Frau Holle, frage ich Sie? Und: Wie können wir diese Zeiten wohlbehalten durchstehen? 

Apropos ... wäre es Ihnen eventuell möglich, zur Weihnachtsmarkt Saison ein wenig Schnee aus Ihren Daunen zu schütteln? Herzliche Grüße, 
Frau F. aus B.

Zum Vergrößern bitte klicken.




Schlafen Sie gut!

Ihre Jana Hora-Goosmann

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Freitag, 3. November 2017

Nr. 119 Von "A ... bis ... Z!"



Einen wöchentlichen Blog zu schreiben, ist Spaß und „Fluch“ zugleich, da es dementsprechend auch jeden Freitag ab 00:01 Uhr  etwas hochzuladen gilt. Manchmal, da drängt sich einem das Thema der Woche wie von selbst auf. Des Öfteren jedoch, herrscht im Kopf ein regelrechter Gedankensturm, den man erst mal so gar nicht zu bändigen, geschweige denn zu kanalisieren weiß. Und so wie diese Woche, auch gar nicht möchte. In der Beschreibung der Trötgedanken heißt es, »Ein Blog mit Anekdoten und Gedanken von A-Z.«
 

Und eben genau das gibt es diese Woche: A-Z.

Das ist so ein bisschen wie „Reste-Essen“. Von allem ein bisschen ;-).

A. wie Attentat: Am Reformationstag, vor ein paar Tagen, als die Welt von einem erneuten Anschlag in New York erfuhr, hatte ich mir mit dem weltbesten Mann einen gemütlichen Fernsehabend gemacht, als die Spätnachrichten uns jäh wieder zurück ins wahre Leben schmissen. Die Moderatorin führte in lakonischem Tonfall durch die Sendung und mir kam es so vor, als ginge es rund um den Globus, in jeder zweiten Meldung, um die Opferzahlen eines Anschlags. Als Bill de Blasio, Bürgermeister von New York City, in einem ersten Statement an den 11. September 2001 erinnerte, musste ich wieder an den Nachmittag damals denken, wie entsetzt ich auf gepackten Koffern vor dem Fernseher in meiner Kölner Wohnung gesessen hatte, um ein paar Tage später nach Berlin zu ziehen. Seitdem haben sich noch unzählige, in der Ausführung variierende, jedoch stets perfide, weitere Anschläge ereignet. Nach wie vor finde ich keine Worte für dieses Gefühl der Ohnmacht, das seit geraumer Zeit zu unser aller Leben dazugehört. Der vermeintlich sichere Boden unter unseren Füßen hat Risse bekommen.

B. wie Buch: Treue Trötgedanken Leser werden sich möglicherweise bereits gefragt haben, was denn nun eigentlich aus meinem neuen Roman geworden ist? Nun, ich bin nach wie vor mit der Überarbeitung beschäftigt. In der ersten Hälfte 2018 wird es dann aber ENDLICH soweit sein. Sie werden mein neues Buch dann als E-Book und Printversion bei Amazon erwerben können. Worum es in meinem Roman geht? Nur so viel sei (grob) verraten:


Buchcover aktuell ©JHG Jana Hora-Goosmann (kann sich noch ändern)

Drei Tage, zwei Leben, eine Stadt ... und am Ende steht die Erkenntnis, dass zwei Fremde mehr miteinander verbinden kann, als gedacht.
 

Was sagen Sie zum Cover-Entwurf? Anregungen?
 

C. wie Charakterdarsteller: Letztens habe ich irgendwo gelesen, dass der Vater des Schauspielers Al Pacino, Salvatore Pacino, in der sizilianischen Stadt „Corleone“ geboren wurde. Was für eine Ironie des Schicksals, dass Al Pacinos Durchbruch mit der Rolle des Michael Corleone, aus „Der Pate“ kam. Oder?



D. wie Danke!! Als ich heute meinen Blog aufgerufen habe, da las ich in meinen Statistiken, dass die Besucherzahl mittlerweile auf über 19.000 Aufrufe angewachsen ist! Ich erwähne dies Zahl, da der Zähler für Handyaufrufe, zum Beispiel, nicht sichtbar ist. In besagten Statistiken sehe ich übrigens auch, dass – neben Deutschland - regelmäßig noch viele andere Länder meinen Blog aufrufen. Mich würde wirklich interessieren - ausgenommen der mir bekannten Menschen, von denen ich weiß, dass sie sich gerade längerfristig in diversen Ländern aufhalten (und die teilweise nicht im Bild unten auftauchen, bis auf Schweiz, Kanada) - welche Leserin oder welcher Leser, den Trötgedanken regelmäßig auch im Ausland zu folgen scheint! Auf einen langen Zeitraum gerechnet, zeigt mir die unten abgebildete Statistik einen sehr interessanten - längerfristigen - Querschnitt, der am meisten in Erscheinung getretenen Länder ... 



Wenn Sie mögen, dann schreiben Sie mir doch einen kurzen Gruß! Entweder als Kommentar unter meine Postings, oder an:
 

troetgedanken@web.de

E. wie Ehe: Der weltbeste Mann ist und bleibt der Beste! Punkt. Wenn Sie den Trötgedanken zu unserem letzten Hochzeitstag noch nicht kennen sollten, dann können Sie hier noch mal reinschauen ...  

http://troetgedanken.blogspot.de/2017/10/nr-116-letztens-bei-franky.html

F. wie Familie: Meine Mutter, die vor ein paar Tagen in Berlin zu Besuch war, beweist tatsächlich immer wieder aufs Neue, dass man niemals zu alt ist um Spaß zu haben oder einen »Spaß« mitzumachen ...



©jhg #tapethat #artcaden


©jhg #invisibleroom #artcaden


G. wie Geburtstag: Nächsten Monat ist es also soweit ... ich werde 50. Während ich diesen Satz geschrieben habe, war mir tatsächlich kurz so, als hätte ich von einer fremden Person gesprochen. Ich möchte mich auf gar keinen Fall „beklagen“, denn die Alternative zum Geburtstag ist bekanntlich ja ... tödlich. Seit ein paar Tagen geht ein Aufschrei durch die Medien, da eine namhafte Kosmetikfirma ein 25-jähriges Model für das Bewerben ihrer Faltencreme engagiert hat. Angeblich ging es der Firma nur darum, auch eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, die drohenden Falten vorbeugen möchte (sollte). So oder so, neu ist das alles nicht. Denn in Modezeitschriften wird retuschiert, was das Zeug hält, und auch in der Fernsehbranche werden die »Großmütter« immer jünger ... und ich ... »freue mich über gutes Licht«  ;-).


Jana Hora-Goosmann #tapethat #artcaden
H. wie Haferflocken: Seit geraumer Zeit stehen der weltbeste Mann und ich, voll auf Haferflocken! Nach dem Joggen püriere ich sie mir im Mixer als Shake mit Früchten oder trinke meinen Kaffee mit Haferdrink Schaum. Letztens habe ich spontan einen leckeren Snack gezaubert: Hafer-Dattel-Cookies mit Banane, Nüssen und gemahlenen Mandeln. Datteln klein schneiden und kurz in etwas Kokosdrink (oder andere Flüssigkeit) einweichen. Anschließend zusammen mit der Banane im Mixer kurz „durchwalken“ und etwas gemahlene Mandeln hinzufügen. Das Ganze danach mit Haferflocken vermengen und anschließend noch ein paar ganze Nüsse (Cashews etc.) hinzufügen, mit Agavensirup süßen. Ich persönlich forme keine Kugeln, sondern breite die Masse im Ganzen auf dem Backpapier aus – und ab in den Ofen. Nach ca. einer Viertelstunde /zwanzig Minuten, das Blech aus dem Ofen holen und alsbald mit einem Messer kleine Vierecke schneiden. Auskühlen lassen, genießen.


I. wie Island: Auf die isländische Gruppe Ásgeir bin ich durch Zufall gestoßen, nachdem ich, während des Kochens auf meinem Rechner die ARD Mediathek geöffnet hatte. 
Ich koche gerne, lasse zur Unterhaltung jedoch ebenso gerne im Hintergrund etwas »dahinplätschern«. Ich startete also eine Folge aus »Inas Nacht«, wo Ásgeir auftrat, deren ruhige Interpretation von »Unbound«, mich sofort das Messer beiseitelegen und zuhören ließ. Nothing holds me back now .... luck will find me somehow ... zu sehen hier:

https://www.youtube.com/watch?v=IJgRU3vAJDU



J. wie Jod: Vor ein paar Tagen habe ich mal wieder darüber gelesen, dass sich im Raum Aachen, mittlerweile an die Zehntausende Haushalte mit jodhaltigen Tabletten eingedeckt haben. Wegen eines möglichen atomaren Unfalls, im Kernkraftwerk Tihange, in Belgien. Jedes Mal wenn ich darüber nachdenke, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Was für eine gruselige Vorstellung. Wir scheinen heutzutage in vielerlei Hinsichten auf einem Pulverfass zu sitzen. Ebenso habe ich erneut - jedoch interessanterweise nur vereinzelt - darüber gelesen, dass das Bundesamt für Strahlenschutz seit dem 29. September dieses Jahres, leicht erhöhte Werte von radioaktivem Ruthenium-106 in Deutschland (Görlitz) gemessen hat. Und auch in anderen europäischen Ländern wie Schweiz, Österreich und Italien. Die Ursache dafür ist nach wie vor unklar, was ich erschreckend finde. Ruthenium-106 wird unter anderem in der Krebstherapie genutzt. Ich bräuchte jedenfalls keine Jodtabletten und könnte meine Ration abgeben. Ich habe gar keine Schilddrüse mehr.

K. wie Kreativität: Meiner Meinung nach ist Kreativität keine(bewusste) Entscheidung. Entweder man ist es oder eben nicht. Dasselbe gilt übrigens für Charisma. Vor ein paar Tagen stolperte ich dahingehend über einen Artikel, der einen Kurs beschrieb, in dem man »Charisma erlernen« kann. Ganz ehrlich ... was soll das? Natürlich kann man sehr wohl an der Ausstrahlung arbeiten. Diese hat im übertragenen Sinn ja auch mit Körperhaltung, Stimmsitz und Körpersprache zu tun. Aber Charisma erlernen? Hat man als Kursteilnehmer nach drei Tagen dann tatsächlich die Erwartung, den Raum als »charismatischer Mensch« zu verlassen? Das ist, um mal bei der Kreativität zu bleiben, so ähnlich wie beim Malen oder auch Fotografieren. Man kann und sollte sich natürlich den Background zu Perspektive, Pinseltechnik, Blenden etc. aneignen. Der Blick jedoch, fürs Foto oder die Bildsprache, eine eigene Handschrift, die kann man nicht wirklich theoretisch erlernen. Mal ganz davon abgesehen, dass Charisma ja auch etwas sehr Subjektives ist – wie Kunst letztendlich ja auch.  Also ... lieber SEIN als Schein!

L. wie Lachen: Für ein Lachen arbeiten im Schnitt 135 Muskeln. Lachen hilft, heilt und rettet manchmal brenzlige Situationen. Über sich selbst lachen zu können, ist in der Liebe einfach unersetzlich! Dann funktioniert das gemeinsame Lachen quasi von allein.

M. wie Mini-Serie: Falls Sie in den letzten Tagen die Mini-Serie „Das Verschwinden“ verpasst haben sollten, dann holen Sie das unbedingt noch nach! Grandios gut. In der Gesamtatmosphäre erfrischend anders umgesetzt, gespielt und Regie geführt. Eine Wohltat zuzuschauen! Hier der link:

http://www.ardmediathek.de/tv/Das-Verschwinden/Sendung?documentId=46794370&bcastId=46794370

N. wie Neid: Zum Thema „Rolle leider nicht bekommen ...“, gab es für mich als Schauspielerin stets ein und dasselbe Mantra. Eine meiner amerikanischen Schauspiellehrerinnen, hatte es uns allen mal mit auf den Weg gegeben: Comparism kills you. 


Drehpause  am Set von "Suchkind 312" Jana Hora-Goosmann

Seit ein paar Wochen jedoch, ist in meinem Kopf ein neuer Leitspruch hinzugekommen, den ich in einem Artikel über den Schauspieler Bryan Cranston gelesen habe. Er beschreibt dort, dass, wenn ein Kollege statt seiner, eine bestimmte Rolle ergattert hätte, Cranston sich bereits sehr früh angeeignet hätte, mit dieser Situation so umzugehen, als hätte er auf der Straße eine fremde Geldbörse gefunden. Dann würde man sich ja auch nicht darüber aufregen, dass man sie zurückgeben muss, denn: Sie gehört einem nun mal nicht.

O. wie Obduktion: Treue Trötgedankenleser können sich möglicherweise daran erinnern, dass ich – gerade in Zeiten, in denen ich viel am Rechner sitze - zum „Abschalten“ spät in der Nacht, noch gerne in diverse Obduktions-Crime-Formate reinschaue. Denn ... sei es nun in schriftlicher Form oder in der Rollenarbeit, einen Großteil meines Lebens beschäftige ich mich nun mal mit Menschen, Schicksalen und Beweggründen. Umso mehr »staune« ich über das ein oder andere Verbrechen in besagten Formaten, die wahre Fälle behandeln. Vor ein paar Tagen ist es dann „passiert“. Ich folgte gerade einem Fall, in dem eine verlassene Ehefrau unter anderem versucht hatte, ihren Ehemann mit Rizin-Samen zu vergiften. Der weltbeste Mann, zu dem Zeitpunkt  neben mir auf dem Sofa ausnahmsweise mal wach, warf mir plötzlich einen seltsamen Blick zu: „Guckst du das womöglich deshalb so gerne, um herauszufinden, wie du mich am besten um die Ecke bringst?“

P. wie Photographie: Seit geraumer Zeit bezeichne ich mich als Schnappschuss-Jägerin. Falls Sie meine Snapshots noch nicht kennen sollten, dann schauen Sie doch mal rein: jhg-snapshots.jimdo.com



©JHG Jana Hora-Goosmann jhg-snapshots.jimdo.com

Q. wie Quasseln: Verstehen Sie mich nicht falsch, ich genieße gute Gespräche oder zu quatschen. Menschen jedoch, die einfach nur vor sich hin quasseln, nur um des Redens willens, von sich selbst ergriffen, dozieren ... sind mir echt ein Gräuel. Worauf ich bei Menschen in dieser Hinsicht achte? Im Laufe eines Gesprächs achte ich stets auch darauf, ob mein Gegenüber mir auch (mal) eine Frage stellt. Denn nur dann ist es ein Gespräch, oder? Und: Wer miteinander nicht auch (mal) schweigen kann, sollte lieber nicht miteinander reden.

R. wie Riechen: Ganz ehrlich, jemanden gut riechen zu können, ist wirklich das A und O! Nach wie vor frage ich mich im Übrigen, wie es sein kann, dass man morgens um 8 in der U-Bahn bereits müffelt. Bah.



©jhg
S. wie Schaukeln: Nun ist er endgültig vorbei, der Sommer. Die Zeiten, in denen ich morgens in meiner geliebten Hängeschaukel sitzen und mit noch zerzausten Haaren meinen ebenfalls geliebten Kaffee schlürfen konnte. Laut Studien sollen die Wiegebewegungen beim Schaukeln, Menschen glücklich machen. Das Gleichgewichtsorgan braucht Anregungen. Der weltbeste Mann musste jedenfalls immer lachen, wenn er mein entrücktes Grinsen sah.


T. wie Trump: Tja. Time will (hopefully) tell. Die Schlinge scheint sich gerade um ein paar Ecken zuzuziehen. 
Keep your fingers crossed.


U. wie Unwetter: Ich schwöre, seit den letzten Stürmen in Berlin, nehme ich Unwetterwarnungen absolut ernst!

V. wie Vegetarier:
bin ich seit 1993, bis auf ab und an etwas Fisch. Es hat mir nicht geschadet, im Gegenteil. 
In der Massentierhaltung, SCHNELLER, BILLIGER, RESPEKTLOSER, läuft grundsätzlich und abgrundtief etwas falsch. Dasselbe gilt übrigens auch für die Bekleidungsindustrie.

W. wie ... Wer, Wie, Was: Wer nicht fragt, bleibt dumm! Ich liebe es, Fragen zu stellen. Was nützen mir Spekulationen? Deshalb hake ich lieber nach - spätestens bei der nächsten Gelegenheit ...

X. wie Xanthan Gum: Laut einem Allergietest vor ein paar Jahren, habe ich auf Xanthan Gum allergisch reagiert, was ich jedoch ignoriere. Worauf ich hinsichtlich der Inhaltsstoffe jedoch,  gerade bei Kosmetika, nicht mehr verzichte, ist meine Codecheck-App. Die kennen Sie noch nicht? 


https://www.codecheck.info/

Y. wie YES!: Tschacka ... vor ein paar Tagen habe ich mir überlegt, dass ich vor dem nahenden Geburtstag, einen Monat lang mal ganz bewusst dranbleiben möchte, durchgängig oder zumindest größtenteils, positiv und bejahend zu sein. Als ich das gerade dem weltbesten Mann eröffnete, sagte dieser gleich spontan: »Finde ich gut. Wie viel Wein müssen wir dafür kaufen?«

Z. wie Zahnarzt: Vor ein paar Tagen hat die Zahnärztin meines Vertrauens mir offenbart, ich hätte mir „locker flockig“, »einfach mal so«, an einer Stelle den Zahnschmelz weggeputzt. 

Memo und Frage an mich: Bin ich manchmal womöglich zu akribisch bzw. zu ehrgeizig?


 

Schlafen Sie gut!

ihre Jana Hora-Goosmann

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